| |
Als besonders wichtig erachten sie dabei
die Kontexttypen Identität, Tätig-
keit, Zeit und Aufenthaltsort,
da sie die Fragen nach wer, was, wann und wo beantworten.
Sie bezeichnen sie als primären Kontext,
der die Grundlage für die Ableitung
weiterer Kontextinformationen, den sekundären Kontext,
bildet. Zum Beispiel
lässt sich aus der Kenntnis der aktuellen Zeit, des Aufenthaltsorts eines
Benutzers und der Einträge in seinem
Terminkalender (primärer Kontext) ziem- lich
gut auf die aktuelle soziale Situation des Benutzers (sekundärer Kontext)
schließen. Zum Beispiel, ob er
gerade eine Besprechung hat, in einer Vorlesung sitzt,
Sport treibt usw. Nachdem der Begri
Kontext nun auf verschiedene Weise präzisiert wurde,
stellt sich als nächstes die Frage, wie Kontextinformationen für Dienste und
Anwendungen genutzt werden können, das heißt also, was Kontextsensitivität
in diesem Zusammenhang bedeutet.
2.2 Was ist Kontextsensitivität?
Die erste Definition von Kontextsensitivität stammt wiederum von Schilit [SAW94],
der kontextsensitive Anwendungen beschreibt als Systeme, die sich anpassen an
den Einsatzort, die in der Nähe befindlichen Personen und Ressourcen, sowie an
deren Veränderungen im Laufe der Zeit. Daraus lassen sich vier Kategorien von
kontextsensitiven Anwendungen identifizieren, die sich aus einem Schema mit
den folgenden zwei orthogonalen Dimensionen ergeben: Ob die Aufgabe darin
besteht, entweder auf Informationen zuzugreifen oder Aktionen auszuführen,
beziehungsweise, ob dieses entweder manuell auf eine Benutzereingabe hin oder
automatisch von selbst geschieht.
1. Unmittelbare
Auswahl (manueller Informationszugri ) bezeichnet eine Tech-
nik für Benutzeroberflächen, bei der Objekte, die sich in der Nähe befin-
den, in einer Auswahlliste hervorgehoben sind oder einfacher selektiert
werden können. Ein Beispiel ist eine Liste von Druckern, in der die näher-
gelegenen Geräte ganz oben stehen oder speziell gekennzeichnet sind.
2. Automatische
Konfiguration (automatischer Informationszugri ) bezeich-
net das automatische Einbinden und Entfernen von Ressourcen in Abhängig-
keit von ihrer Verfügbarkeit. Ein Beispiel ist ein mobiler Kleincomputer,
der die Rechenkapazität von leistungsfähigeren Rechnern, die sich im sel-
ben Raum befinden, spontan mitbenutzen kann.
3. Kontextabhängige
Aktionen (manuelle Aktionsausführung) bezeichnen Ak-
tionen, die in Abhängigkeit vom Kontext des Benutzers angeboten werden
und je nach Kontext unterschiedliche Auswirkungen haben können. Ein
Beispiel ist die Aktion Kafee kochen, die lediglich in den Ka
eeküchen auf den einzelnen Stockwerken eines Gebäudes angeboten wird und jeweils
die Ka eemaschine einschaltet, in deren Nähe man sich gerade befindet.
4. Kontextgesteuerte
Aktionen (automatische Aktionsausführung) bezeich-
nen Aktionen, die automatisch gestartet werden, sobald ein bestimmter
4
|  |
|
| |
|
|