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Kontextsensitive Dienste

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1   Einführung Am 17. August 2000 war die Auktion zu Ende. Dann hatten sechs Telekommu- nikationsunternehmen und -konsortien insgesamt fast 100 Milliarden Mark für die begehrten, als Mobilfunklizenzen der Zukunft bezeichneten UMTS-Lizenzen in Deutschland gezahlt. Inzwischen ist dieser Euphorie jedoch Ernüchterung gefolgt. Abgesehen von milliardenteurem Netzaufbau und Verzögerungen bei der Produktion der Endgeräte, gibt es grundsätzliche Bedenken bezüglich des Potenzials von Technologien wie UMTS: Welche innovativen Dienste können sie im Gegensatz zu etablierten Standards bieten, damit Kunden bereit sind, für diesen Mehrwert auch die zur Kostendeckung erforderlichen, viel höheren Gebühren zu bezahlen? Ho nungsvolle  Kandidaten  für  eine  derartige  killer application  sind  kon- textsensitive  Dienste  (engl.  häufig  context-aware applications).  Das  sind  An- wendungen, die Informationen über den Kontext, in dem sie eingesetzt werden, erfassen  und  sinnvoll  nutzen,  wie  in  Abbildung  1  schematisch  dargestellt  ist. Vor allem im Bereich der mobilen Technologien mit immer kleineren tragbaren Computern und schnurloser Kommunikation, bei deren Nutzung sich das Um- feld ständig ändert, erho t man sich davon neuartige, innovative Anwendungen, die  die  Bedürfnisse  der  Benutzer  besser,  e zienter  und  benutzerfreundlicher befriedigen. Weitere Bereiche, die von Kontextsensitivität profitieren können, sind  Mensch-Maschine-Kommunikation  (human computer interaction,  HCI), virtuelle und erweiterte Realitäten (virtual und augmented reality), sowie all- gegenwärtige und tragbare Informationsverarbeitungssysteme (ubiquitous und wearable computing). Trotz dieser großen Erwartungen und inzwischen 10 Jahren an Forschungs- arbeit in diesem Bereich, gibt  es  bis  jetzt fast keine  kontextsensitive  Anwen- dung,  die  den  Sprung  aus  dem  Forschungslabor  in  den  kommerziellen  Markt zum  Endverbraucher  gescha t  hat.  Umso  interessanter  ist  es,  sich  damit  zu beschäftigen,  was  bereits  heute  mit  kontextsensitiven  Anwendungen  möglich ist und worin ihre Herausforderungen bestehen. Im Folgenden werden zunächst verschiedene Definitionen und Klassifikatio- nen  von  Kontext  und  Kontextsensitivität  vorgestellt.  Dann  werden  die  tech- nischen Aspekte erläutert, die bei der Realisierung derartiger Dienste beachtet werden müssen. Schließlich werden ausgewählte Beispiele für bereits umgesetzte kontextsensitive Anwendungen präsentiert. 2   Was sind kontextsensitive Dienste? Bevor man über kontextsensitive Dienste oder kontextsensitive Anwendungen sprechen kann, muss man sich zunächst damit beschäftigen, was Kontext über- haupt ist. 2.1   Was ist Kontext? Obwohl sich die meisten Menschen unter dem Begri  Kontext etwas vorstellen können, fällt es ihnen nicht leicht, ihn zu beschreiben oder zu definieren. Auch 2
  
Theoretische Informatik - kurz gefasst
von Uwe Schöning
Siehe auch:
Grundkurs Theoretische Informatik: Mit Aufgaben...
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