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Abbildung 10: Mobiltelefon mit Sensorboard
befriedigen als bisherige Anwendungen. Unter Kontext versteht man in diesem
Zusammenhang jede Art von Information, die zur Beschreibung der Situation
einer Person, eines Ortes oder eines Objekts genutzt werden kann. Ein Sy-
stem ist kontextsensitiv, wenn es diesen Kontext nutzt, um dem Benutzer für
seine Aufgabe relevante Informationen und Dienste bereitzustellen. Zur Reali-
sierung derartiger Anwendungen muss der Kontext erfasst werden, indem Low-
Level-Kontext mit Hilfe von Sensoren gemessen und daraus High-Level-Kontext
gewonnen wird. Dabei muss auch die Veränderlichkeit des Kontextes berück-
sichtigt werden. Kontextinformationen können je nach Art und Nutzung un-
terschiedlich modelliert werden. Die Gestaltung der Systemarchitektur hängt
von der Art des kontextsensitiven Dienstes ab, es gibt jedoch Frameworks, die
die Entwicklung vereinfachen. Bei der Verarbeitung des Kontextes ist es außer-
dem wichtig, Sicherheit und Datenschutz zu berücksichtigen. Bereits realisiert
wurden kontextsensitive Anwendungen zum Beispiel für das Büroumfeld, Navi-
gation, Feldforschung, zur Gedächtnisunterstützung und zur Verbesserung der
Mensch-Maschine-Kommunikation.
Insgesamt hat sich gezeigt, dass es schon eine große Zahl an sinnvollen und
nützlichen kontextsensitiven Anwendungen in den Labors der Forscher gibt.
Den Weg in unseren Alltag haben sie jedoch noch nicht gefunden. Lediglich der
Standort eines Benutzers wird seit kurzem bei Autonavigationssystemen und lo-
cation based services genutzt. Doch Kontext ist mehr als nur Information über
den Standort (There is more to context than location), wie Schmidt einen
seiner Artikel überschrieben hat [SBG99]. Es gibt also noch viel Potenzial für
die Entwicklung und Umsetzung kontextsensitiver Anwendungen. Eine Grund-
lage dafür bieten die vorgestellten Frameworks. Als Schlüsselfaktoren für die
Akzeptanz derartiger Systeme durch den Benutzer und damit für ihren Erfolg
könnten sich dabei Sicherheit und Datenschutz erweisen.
Besonders neue mobile Technologien wie UMTS könnten die weitere Ent-
wicklung kontextsensitiver Dienste fördern. Charakteristisch für diese ist nämlich,
dass sich der Kontext des Benutzers ständig ändert, was ein großes Potenzial
für die Nutzung in kontextsensitiven Diensten darstellt.
Umgekehrt könnten diese Dienste jedoch auch UMTS zum Erfolg verhelfen
als die für diese Technologie seit langem herbeigesehnte killer application.
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